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Inkohärenz der Themenwahl

Die Grundstörung der Verwirrtheitspsychose liegt im Denken, das in der Erregung inkohärent wird und in der Hemmung nicht mehr vorwärtsschreitet. (...) verwirrte Kranke in geringer Erregung [fallen] dadurch auf, daß sie dauernd von Dingen sprechen, die nicht zur Sache gehören (...). (...). Warum das geschieht, bleibt unklar. Es ist auch nicht durch Zwischenfragen zu erfahren. Vielmehr kann nun eine neue Erzählung einsetzen, deren Zusammenhang mit der augenblicklichen Situation wieder offen bleibt. Ich spreche bei dieser Art von Denkstörung von Inkohärenz der Themenwahl. Man erkennt hier zugleich, daß zur Verwirrtheitspsychose keine Ablenkbarkeit durch die augenblicklichen Vorgänge der Umgebung gehört.

Le***

(Aufteilung der endogenen Psychosen und ihre differenzierte Ätiologie, S. 72-73).

Verworrenheit

Wenn die Verworrenheit Ausdruck eines akuten Schubes ist, dann sind die Kranken auch zu keiner zusammenhängenden Tätigkeit fähig. Im Defektzustand dagegen benehmen sie sich trotzt ihres verworrenen Sprechens geordnet und führen Tätigkeiten, die man ihnen gibt, verständig aus. (...). Man muß das relativ verständige Handeln zu einer anderen Tatsache, die ebenfalls sehr wesentlich zur Kataphasie gehört, in Parallele setzen. Die Patienten können aus konkreten Sachverhalten heraus auch viel geordneter sprechen, als sie es in ihrer freien Rede tun. Wenn sie von Tagesereignissen etwas mitteilen, geschieht das oft in durchaus korrekter Form. Es scheint, daß das Denken noch einer genügenden Ordnung fähig ist, wenn es konkret durch die unmittelbare Erlebnisse des Alltags angeregt wird. Man hat hier sogar ein charakteristisches Merkmal der kataphasischen Denkstörung vor sich. Der gleiche Kranke, der eben geordnete Antworten gab, kann gleich darauf fortfahren, völlig verworren zu sprechen.

Le***

(Aufteilung der endogenen Psychosen und ihre differenzierte Ätiologie, S. 101).