»Meine Philosophie ist umgedrehter Platonismus« (Nietzsche).
Die Umdrehung des Platonismus beruht darin, daß »das Sinnliche« als das »Aussehen« des Seienden, als die ιδεα, und deshalb als das »Ideal« erschient. Aber diese Umdrehung ist, insgleichen wie die im 19. Jahrhundert und früher schon voraufgegangene, ursprünglich nicht der Akt eines Denkens und nicht die Betrachtung einer Ansicht von der Welt, sondern das Sichzeigen des Seienden selber.
H***
Der Spruch des Anaximander, S. 13.
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Zehn Attentäter .2
An zweiter Stelle nenne ich die Abkehr des modernen Denkens von den Fiktionen des epistemischen Souveränismus. Hier ist vor allen anderen Friedrich Nietzsche zu erwähnen, dessen theoretische Impulse auf eine Kritik der perspektivischen Vernunft hinauslaufen. Nietzsche hat in seinen Beiträgen zur Vernunftkritik nicht weniger geleistet als den Nachweis, daß alle Erkenntnis von lokalem Charakter ist und daß kein menschlicher Beobachter es bei der Nachahmung des göttlichen Auges so weit zu bringen vermag, den eigenen Standort wirklich zu transzendieren.

Sl***
(Scheintod im Denken, S.136-7)

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(Scheintod im Denken, S.136-7)
Unmittelbarkeit der Kraft
Wie stellen wir eine Kraft fest? Es scheint, Kraft läßt sich nicht unmittelbar feststellen, nur »Wirkungen« lassen sich finden. Eine These, auf der z.B. auch Nietzsche seinen Willen zur Macht aufbaut und damit auf ein irriges Fundament gründet. Genauer besehen begegnen Wirkungen sowenig unmittelbar wie Kräfte; oder gleich unmittelbar.
He***
(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.84-5)
He***
(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.84-5)
Der letzte Rauch der verdunstenden Realität
Sie setzen Das, was am Ende kommt — leider! denn es sollte gar nicht kommen! — die "höchsten Begriffe", das heisst die allgemeinsten, die leersten Begriffe, den letzten Rauch der verdunstenden Realität an den Anfang als Anfang.
Ni***
(Götzendämmerung, S.21)
Ni***
(Götzendämmerung, S.21)
Ein Moment der allerreinsten Abstraktion
Parmenides hat, wahrscheinlich erst in seinem höheren Alter, einmal ein Moment der allerreinsten, durch jede Wirklichkeit ungetrübten und völlig blutlosen Abstraktion gehabt; dieser Moment — ungriechisch wie kein andrer in den zwei Jahrhunderten des tragischen Zeitalters —, dessen Erzeugnis die Lehre vom Sein ist, wurde für sein eigenes Leben zum Grenzstein (...).
Ni***
Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (III, S. 381)
Ni***
Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (III, S. 381)
Wertlosigkeit
Das Gefühl der Wertlosigkeit wurde erzielt, als man begriff, daß weder mit dem Begriff »Zweck«, noch mit dem Begriff »Einheit«, noch mit dem Begriff »Wahrheit« der Gesamtcharacter des Daseins interpretiert werden darf. Es wird nichts damit erzielt und erreicht; es fehlt die übergreifende Einheit in der Vielheit des Geschehens: der Charakter des Daseins ist nicht »wahr«, ist falsch..., man hat schlechterdings keinen Grund mehr, eine wahre Welt sich einzureden... Kurz: die Kategorien »Zweck«, »Einheit«, »Sein«, mit denen wir der Welt einen Wert eingelegt haben, werden wieder von uns herausgezogen — und nun sieht die Welt wertlos aus...
Ni***
(Der Wille zur Macht, n.12)
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(Der Wille zur Macht, n.12)
Leib und Geist
Wesentlich: vom Leib ausgehen und ihn als Leitfaden zu benutzen. Er ist das viel reichere Phänomen, welches deutlichere Beobachtung zuläßt. Der Glaube an den Leib ist besser festgestellt, als der Glaube an den Geist.
Ni***
(Der Wille zur Macht, n.532)
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(Der Wille zur Macht, n.532)
Entzückungen des Geistes
Die Musik hat keinen Klang für die Entzückungen des Geistes.
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(Werke, XI, S. 336)
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(Werke, XI, S. 336)
Das höchste Zeichen von Macht
»Schönheit« ist deshalb für den Künstler etwas außer aller Rangordnung, weil in der Schönheit Gegensätze gebändigt sind, das höchste Zeichen von Macht, nämlich über Entgegengesetztes; außerdem ohne Spannung; — daß keine Gewalt mehr not tut, daß alles so leicht folgt, gehorcht, und zum Gehorsam die liebenswürdigste Miene macht — das ergötzt den Machtwillen des Künstlers.
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(Der Wille zur Macht, n.803)
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(Der Wille zur Macht, n.803)
Der große Stil
Schwer reagieren: ein großes Bewußtsein: kein Gefühl von Kampf.
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(Der Wille zur Macht, n.799)
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(Der Wille zur Macht, n.799)
Form .1
Wo Form als höchste Einfachheit der reichsten Gesetzlichkeit waltet, da ist Rausch.
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(Nietsche, S. 140)
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(Nietsche, S. 140)
Kunst und Wahrheit
Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehn.
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(Der Wille zur Macht, n.822)
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(Der Wille zur Macht, n.822)
Wille zum Werden und Wechseln
Der Wille zum Schein, zur Illusion, zur Täuschung, zum Werden und Wechseln ist tiefer, »metaphysischer« als der Wille zur Wahrheit, zur Wirklichkeit, zum Sein.
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(Werke XIV, S. 368)
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(Werke XIV, S. 368)
Kommandierende Gedanken
Wie also Fühlen und zwar vielerlei Fühlen als Ingredienz des Willens anzuerkennen ist, so zweitens auch noch Denken: in jedem Willensakte gibt es einen kommandierenden Gedanken; — und man soll ja nicht glauben, diesen Gedanken von dem »Wollen« abscheiden zu können, wie als dann noch Wille übrig bliebe!
Ni**
(Werke VII, S.29).
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(Werke VII, S.29).
Der über-sich-hinaus-Wollende
Im Wollen kommen wir uns selbst entgegen als die, die wir eigentlich sind. Wir fangen uns im Willen selbst erst auf im eigensten Wesen. Der Wollende ist als solcher der über-sich-hinaus-Wollende; im Wollen wissen wir uns als über uns hinaus; ein irgendwie erreichtes Herrsein über... wird fühlbar; eine Lust gibt die erreichte und sich steigernde Macht zu wissen.
He**
(Nietzsche, S. 64).
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(Nietzsche, S. 64).
Entschlossenheit
Der Wille selbst kann nicht gewollt werden. Wir können uns niemals entschließen, einen Willen zu haben, in dem Sinne, daß wir uns erst den Willen zulegen; denn jene Entschlossenheit ist das Wollen selbst. (...). Jenes eigentliche Wollen im Aufbruch der Entschlossenheit, dieses Ja ist es, durch das jener Anfall des ganzen Wesens an uns und in uns kommt.
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(Nietzsche, S. 57).
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(Nietzsche, S. 57).
»Wahrheit«
»Wahrheit«: das bezeichnet innerhalb meiner Denkweise nicht notwendig einen Gegensatz zum Irrtum, sondern in den grundsätzlichsten Fällen nur eine Stellung verschiedner Irrtümer zueinander.
Ni***
(Der Wille zur Macht, n. 535).
Ni***
(Der Wille zur Macht, n. 535).
Die großen Zeitalter
Die großen Zeitalter sind, weil sie groß sind, in der Häufigkeit meist einzig und in der Dauer sehr kurz; so wie die größten Zeiten des einzelnen Menschen im einzigen Augenblick zusammengehen.
He**
(Nietzsche, S. 36).
He**
(Nietzsche, S. 36).
Erlebnisse
Mit Recht hat man gesagt: wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz; u n s e r Schatz ist, wo die Bienenkörbe unsrer Erkenntnis stehn. Wir sind immer dazu unterwegs, als geborne Flügelthiere und Honigsammler des Geistes, wir kümmern uns von Herzen eigentlich nur um Eins — Etwas heimzubringen. Was das Leben sonst, die sogenannten Erlebnisse angeht, wer von uns hat dafür auch nur Ernst genug? Oder Zeit genug?
N***
Genealogie der Moral, Vorrede.
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Genealogie der Moral, Vorrede.
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