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Penthesilea 17

Penthesilea
Denn jetzt steig' ich in meinem Busen nieder,
Gleich einem Schacht, und grabe, kalt wie Erz,
Mir ein vernichtendes Gefühl hervor.
Dies Erz, dies läutr' ich in der Glut des Iammer,
Hart mir zu Stahl, tränk' es mit Gift sodann,
Heißätzendem, der Reue, durch und durch;
Trag' es der Hoffnung ew'gem Amboß zu,
Und schärf' und spitz es mir zu einem Dolch;
Und diesem Dolch jetzt reich' ich meine Brust:
So! So! So! So! Und wieder! — Nun ist's gut.

Kl***

(Penthesilea, S. 175-176).

Penthesilea 16

Penthesilea
— So war es ein Versehen. Küsse, Bisse,
Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt
Kann schon das Eine für das Andre greifen.

Kl***

(Penthesilea, S. 173).

Penthesilea 15

Die Oberpriesterinn
Jetzt unter ihren Hunden wüthet sie,
Mit schaumbedeckter Lipp', und nennt sie Schwestern,
Die heulenden, und der Mänade gleich,
Mit ihrem Bogen durch die Felder tanzend,
Hetzt sie die Meute, die mordathmende,
Die sie umringt, das schönste Wild zu fangen,
Das je die Erde, wie sie sagt, durchschweift.

Kl***

(Penthesilea, S. 140).

Penthesilea 14

Achilles
Ia. Doch eine Grille, die ihr heilig,
Will, daß ich ihrem Schwerdt im Kampf erliege;
Eh' nicht in Liebe kann sie mich umfangen.
Nun schickt'ich —

Diomedes
Rasender!

Achilles
Er hört mich nicht!
Was er im Weltkreis noch, so lang er lebt,
Mit seinem blauen Auge nicht gesehn,
Das kann er in Gedanken auch nicht fassen.

Kl***

(Penthesilea, S. 140).

Penthesilea 13

Prothoe
Ein großer Schmerz traf dich. Begegn' ihm groß.

Kl***

(Penthesilea, S. 131).

Penthesilea 12

Penthesilea
Doch Alles schüttelt, was ihm unerträglich,
Der Mensch von seinen Schultern sträubend ab;
Den Druck nur mäß'ger Leiden duldet er.

Kl***

(Penthesilea, S. 110).

Penthesilea 11

Achilles
Und woher quillt, von wannen ein Gesetz,
Unweiblich, du vergiebst mir, unnatürlich,
Dem übrigen Geschlecht der Menschen fremd?

Kl***

(Penthesilea, S. 109).

Penthesilea 10

Achilles
Ich kann's nicht glauben: süß, wie Silberklang
Straft eure Stimme eure Reden Lügen.
Du mit den blauen Augen bist es nicht,
Die mir die Doggen reißend schickt, noch du,
Die mit der seidenweichen Locke prangt,
Seht, wenn, auf euer übereiltes Wort,
Ietzt heulend die Entkoppelten mir nahten,
So würft ihr noch, mit euern eignen Leibern,
Euch zwischen sie und mich, dies Männerherz,
Dieß euch in Lieb' erglühende, zu schirmen.

Kl***

(Penthesilea, S. 80).

Penthesilea 9

Meroe
Unmöglich wär's ihr, zu entfliehn?

Die Oberpriesterinn
Unmöglich.
Da nichts von außen sie, kein Schicksal, hält,
Nichts als ihr thörigt Herz —

Prothoe
Das ist ihr Schicksal!
Dir scheinen Eisenbanden unzerreißbar,
Nicht wahr? Nun sieh: sie bräche sie vielleicht,
Und das Gefühl doch nicht, das du verspottest.
Was in ihr walten mag, das weiß nur sie,
Und jeder Busen ist, der fühlt, ein Räthsel.

Kl***

(Penthesilea, S. 68).

Penthesilea 8

Penthesilea
Ist's meine Schuld, daß ich im Feld der Schlacht
Um sein Gefühl mich kämpfend muß bewerben?
Was will ich denn, wenn ich das Schwerdt ihm zücke?
Will ich ihn denn zum Orkus niederschleudern?
Ich will ihn ja, ihr ew'gen Götter, nur
An diese Brust will ich ihn niederziehn!

Kl***

(Penthesilea, S. 62).

Penthesilea 7

Die Hauptmännin
Doch taub schien sie der Stimme der Vernunft:
Vom giftigsten der Pfeile Amors sei
Heißt es, ihr jugendliches Herz getroffen.

Kl***

(Penthesilea, S. 55).

Penthesilea 6

Das erste Mädchen
Nichts, gar nichts sehen wir!
Es läßt kein Federbusch sich unterscheiden.
Ein Schatten überfleucht von Wetterwolken
Das weite Feld ringsher, das Drängen nur
Verwirrter Kriegerhaufen nimmt sich wahr,
Die im Gefild' des Tod's einander suchen.

Kl***

(Penthesilea, S. 52).

Penthesilea 5

Der Grieche
War je ein Traum so bunt, als was hier wahr ist?

Kl***

(Penthesilea, S. 50).

Penthesilea 4

Penthesilea
Verflucht das Herz, das sich nicht mäß'gen kann.

Kl***

(Penthesilea, S. 37).

Penthesilea 3

Prothoe
Beschließe nichts, wir allen flehen dich,
Bis heitrer dir der Geist zurückgekehrt.
Komm, ruhe dich bei mir ein wenig aus.

Penthesilea
Warum? Weshalb? Was ist geschehen? Was sagt'ich?
Hab'ich? — Was hab'ich denn — ?

Kl***

(Penthesilea, S. 35).

Penthesilea 2

Odysseus
Denn Wahnsinn wär's, bei den Olympischen,
Da dringend uns der Krieg nach Troja ruft,
Mit diesen Jungfrau'n hier uns einzulassen,
Bevor wir wissen, was sie von uns wollen,
Noch überhaupt nur, ob sie uns was wollen.

Kl***

(Penthesilea, S. 32).

Penthesilea 1

Antilochus
Und Niemand kann, was Sie uns will ergründen?

Diomedes
Kein Mensch, das eben ist's; wohin wir spähend
Auch des Gedankens Senkblei fallen lassen.

Kl***

(Penthesilea, S. 8-9).