Wasser, Aspirin, du


Wasser, Aspirin, du. Die Sonne brennt!
Der Wind treibt Löcher in das Laub!
Etwas klemmt! Die Zeit tickt quälend
Auf den Trommelfellen.

Und bring mir, wenn du schon
dabei bist, eine ewige Finsternis
und eine gewaltige Stille.
Wickle mich ein und lass mich so liegen.

Und frag mich jeden Tag, was ich will.
Steh spärlich beleuchtet in der Tür.

B***
(Zo helder zagen we het zelden).

Das Vollkommene


Das vollkommene Glück,
dem nur Dauer fehlte,
das unvollkommen war,
stob durch das Haus, brüllte,

bahnt' sich einen Weg bis zur Tür, brach aus,
und bracht alles, den strahlenden Morgen,
zum Blühen.

Frühling war es, jung noch der Tag, und du
dann die Schönste.
Vögel saugten sich voll mit Musik,
die irgendwo herkam.

B***
(Maar zingend).

Realität und Sorge

Realität ist als ontologischer Titel auf innerweltliches Seiende bezogen. Dient er zur Bezeichnung dieser Seinsart überhaupt, dann fungieren Zuhandenheit und Vorhandenheit als Modi der Realität. Läßt man aber diesem Wort seine überlieferte Bedeutung, dann meint es das Sein im Sinne der puren Dingvorhandenheit. Aber nicht jede Vorhandenheit ist Dingvorhandenheit.

Realität ist in der Ordnung der ontologischen Fundierungszusammenhänge und der möglichen kategorialen und existenzialen Ausweisung auf das Phänomen der Sorge zurückverwiesen.

H***
(Sein und Zeit, S. 211-2).

Idealismus

Besagt der Titel Idealismus soviel wie Verständnis dessen, daß Sein nie durch Seiendes erklärbar, sondern für jedes Seiende je schon das »Transzendentale« ist, dann liegt im Idealismus die einzige und rechte Möglichkeit philosophischer Problematik. Dann war Aristoteles nicht weniger Idealist als Kant. Bedeutet Idealismus die Rückführung alles Seiende auf ein Subjekt oder Bewußtsein, die sich nur dadurch auszeichnen, daß sie in ihrem Sein unbestimmt bleiben und höchstens negativ als »undinglich« charakterisiert werden, dann ist dieser Idealismus methodisch nicht weniger naiv als der grobschlächtigste Realismus.

H***
(Sein und Zeit, S. 208).

Realismus

Mit dem Dasein als In-der-Welt-sein ist innerweltliches Seiendes je schon erschlossen. Diese existenzial-ontologische Aussage scheint mit der These des Realismus übereinzukommen, daß die Außenwelt real vorhanden sei. Sofern in der existenziale Aussage das Vorhandensein von innerweltlichem Seienden nicht geleugnet wird, stimmt sie im Resultat — gleichsam doxographisch — überein. Sie unterscheidet sich aber grundsätzlich von jedem Realismus dadurch, daß dieser die Realität der »Welt« für beweisbedürftig, aber zugleich auch für beweisbar hält. Beides ist in der existenziale Aussage gerade negiert. Was diese aber völlig vom Realismus trennt, ist dessen ontologisches Unverständnis. Versucht er doch Realität ontisch durch reale Wirkungszusammenhänge zwischen Realem zu erklären.

H***
(Sein und Zeit, S. 207).

Das Realitätsproblem

Das »Realitätsproblem« im Sinne der Frage, ob eine Außenwelt vorhanden und ob sie beweisbar sei, erweist sich als ein unmögliches, nicht weil es in der Konsequenz zu unaustragbaren Aporien führt, sondern weil das Seiende selbst, das in diesem Problem im Thema steht, eine solche Fragestellung gleichsam ablehnt. Zu beweisen ist nicht, daß und wie eine »Außenwelt« vorhanden ist, sondern aufzuweisen ist, warum das Dasein als In-der-Welt-sein die Tendenz hat, die »Außenwelt« zunächst »erkenntnistheoretisch« in Nichtigkeit zu begraben, um sie dann erst durch Beweise auferstehen zu lassen. Der Grund dafür liegt im Verfallen des Daseins und der darin motivierten Verlegung des primären Seinsverständnisses auf das Sein als Vorhandenheit.

H***
(Sein und Zeit, S. 206).