Ganz von selbst

Der Mensch nimmt das ihm je Un-verborgene (das, was sich vor ihm darbietet) ganz von selbst als das Seiende, das sich zu solchem verhält, das ihm das Seiende ist.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 27)

zu Unverborgenem sich verhalten

Der Mensch ist von Kindheit an schon und seiner Natur nach vor das Unverborgene gestellt. (...) Mensch sein heißt nicht nur, aber unter anderem: zu Unverborgenem sich verhalten.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 25)

Helle aber...

φως τε αυτοις πυρος ανωθεν και πορρωθεν καομενον οπισθεν αυτων

(Helle aber kommt ihnen von hinten, von einem von oben und fernher brennenden Feuer).

P***
(πολιτεια 514 a 2)

Wink — Ziel der Philosophie

Dies allein schon, daß Platon von der αληθεια in einem Gleichnis spricht, gibt uns den entscheidenden Wink dahin, wo wir sie zu suchen haben und wo wir uns ihr stellen müssen, wenn wir dem Wesen der Wahrheit näherkommen wollen. Dieses Unbeschreib- und Unbeweisbare aber ist das Entscheidende — und dahin zu kommen die ganze Anstrengung der Philosophie.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 19)

das Geschehen

Weder die αληθεια in ihrer Ürsprunglichkeit noch Wahrheit als Richtigkeit (ομοιωσις) in ihrer bloßen Selbstverständlichkeit wollen wir uns zunächst näherbringen, sondern die eigentümliche Verstrickung beider. Wir wollen sehen, wie diese beiden Begriffe ineinander gewirrt sind. Dieser Übergang selbst, der αληθεια qua Unverborgenheit zur Wahrheit qua Richtigkeit, ist ein Geschehen, ja nichts geringeres als das Geschehen, im dem der Anfang der abendländischen Geschichte der Philosophie bereits einen abseitigen und verhängnisvollen Gang nimmt.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 17)

Anfang und Fortschritt

In allem Unwesentlichen und Belanglosen ist der Anfang das, was überwunden werden kann und überwunden wird; im Unwesentlichen gibt es daher Fortschritt. Im Wesentlichen aber, wozu die Philosophie gehört, kann der Anfang nie überwunden, sondern gar nie mehr erreicht werden.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 15)