2. Die Aussage ist wahr, sofern sie sich an ein schon Wahres, d.h. an das Seiende als das in seinem Sein Unverborgene anmißt. Wahrheit als solche Richtigkeit setzt Unverborgenheit voraus.
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 118)
Ein Seiendes ist wahr
1. Ursprünglich wahr, d.h. unverborgen, ist gerade nicht die Aussage über ein Seiendes, sondern das Seiende selbst, — ein Ding, eine Sache. Ein Seiendes ist wahr, griechisch verstanden, wenn es sich selbst als das und in dem zeigt, was es ist: wahres Gold. Dagegen Scheingold ziegt sich als etwas, was es nicht ist. Es verdeckt, verbirgt sein Was-sein, es verbirgt sich als das Seiende, das es eigentlich ist. Wahr ist also primär ein Charakter des Seienden selbst.
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 118)
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 118)
Philosophie verstehen wir nicht
1. als eine Kulturerscheinung, einen Schaffensbereich von Menschen und die entsprechenden Werke,
2. eine Art der Entfaltung einzelner Persönlichkeiten als geistig Schaffender,
3. als Lehr- und Lerngebiet innerhalb eines Systems des Wissenswerten, eine Wissenschaft,
4. als Weltanschauung, Abschluß, Abrundung und Leitbild des Denkens, auch nicht
5. als Existenzphilosophie,
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 115-6)
2. eine Art der Entfaltung einzelner Persönlichkeiten als geistig Schaffender,
3. als Lehr- und Lerngebiet innerhalb eines Systems des Wissenswerten, eine Wissenschaft,
4. als Weltanschauung, Abschluß, Abrundung und Leitbild des Denkens, auch nicht
5. als Existenzphilosophie,
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(Vom Wesen der Wahrheit, S. 115-6)
Wahrheit und Wesens des Menschen
Wahrheit als αληθεια ist demnach nichts, was der Mensch so haben kann oder nicht haben kann in gewissen Sätzen und Formeln, die er lernt und nachspricht und die am Ende sogar mit den Dingen übereinstimmen, sondern etwas, was sein eigenstes Wesen überhaupt zu dem ermächtigt, was es ist sofern es zum Seienden als solchen sich verhält und der Mensch inmitten des Seienden, selbst ein Seiendes, existiert.
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 113)
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 113)
Wahrheit selbst nichts Letztes
1. daß die Wahrheit selbst nichts Letztes ist, sondern noch unter einer Ermächtigung steht,
2. und zwar nicht sie allein, sondern zusammen, unter demselben Joch, mit dem Sein,
3. daß das, was die Wahrheit zu ihrem Wesen ermächtigt, im geschichtlich-geistigen Dasein des Menschen selbst geschieht, sofern er (der Mensch) der Frager ist, der nach dem sich durchfragt, worauf es vor allem Sein und für alles Sein ankommt,
4. nicht im Menschen überhaupt, sondern sofern er in seiner Geschichte stehend sich wandelt und in den Grund seines Wesens zurückgeht.
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 113)
2. und zwar nicht sie allein, sondern zusammen, unter demselben Joch, mit dem Sein,
3. daß das, was die Wahrheit zu ihrem Wesen ermächtigt, im geschichtlich-geistigen Dasein des Menschen selbst geschieht, sofern er (der Mensch) der Frager ist, der nach dem sich durchfragt, worauf es vor allem Sein und für alles Sein ankommt,
4. nicht im Menschen überhaupt, sondern sofern er in seiner Geschichte stehend sich wandelt und in den Grund seines Wesens zurückgeht.
H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 113)
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