Seyn und Werden

Planung, Berechnung, Einrichtung, Züchtung fordert das so zur Herrschaft gekommene Seiende und damit das Ja zum »Werden«, nicht in der Absicht auf Fortschritt zu einem Ziel und »Ideal«, sonder um des Werdens selbst willen; denn dieses betreibt die Übermächtigung, da nur in ihr jegliche Macht sich halten kann.

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(Besinnung, S. 26)
Die Vollendung des metaphysischen Zeitalters erhebt das Sein im Sinne der Machenschaft zu einer solchen »Herrschaft«, daß in dieser zwar das Sein vergessen, und gleichwohl das Seiende solchen Wesens als das Einzige betrieben, zur ungedingt sicheren Vor- und Herstellung gebracht wird.

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(Besinnung, S. 26)

Überwindung der Metaphysik

Die denkerische Besinnung soll aber zumal das Wesen der Vollendung der Neuzeit begreifen und alles Denken hinter sich lassen, das der Metaphysik botmäßig bleiben muß auch dort, wo es sie scheinbar verleugnet aus der Meinung, durch ein Nichtmehrfragen ihrer Herr geworden zu sein. Aber die »Metaphysik« — und das sagt hier stets: die in ihrer Wahrheit grundlose Herrschaft des aus dem Denken als Vorstellen bestimmten Seins — wird nur durch ein anfänglicheres Fragen ihrer eigensten Frage überwunden und damit in ihre volle geschichtliche Notwendigkeit zurückgestellt.

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(Besinnung, S. 24-5)

Voreilende Vorbereitung

Die Vorbereitung jener einzigen Entscheidung kann nur vollzogen werden im Vorsprung zu der ihr gemäßen Entschiedenheit, die selbst — historisch gerechnet — noch nicht »wirklich«, nicht sichtbar und nicht wirksam ist, dennoch die Geschichte des Anderen Anfangs als Geschichte der Wesung der Wahrheit des Seyns übernommen hat.

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(Besinnung, S. 23)

Das Denken erfragt die Wahrheit des Seyns

Das Da-sein ist die Übernahme der Not einer Gründung der Wahrheit des Seyns, ist ein Anfang der historielosen Geschichte. Die Bereitschaft zu solcher Übernahme vorbereiten in der Gestalt eines Wissens des Seyns, nennt sich Besinnung in der Bahn des Denkens; weil das Denken die Wahrheit des Seyns erfragt im bildlosen Sagen des Wortes.

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(Besinnung, S. 22-3)

Übermacht der Machenschaft über das Denken

Die Übermacht der Machenschaft zeigt sich am schärfsten dort, wo sie sich auch des Denkens bemächtigt und das Denken der Seiendheit des Seienden machenschaftlich einrichtet, so zwar, daß das Sein selbst zu dem gemacht wird, was sich selbst macht — einrichtet und errichtet. Vorbedingung dafür ist zunächst die Auslegung des Seins als »Objektivität« des »Objekts«, als »Gegenständlichkeit« des Gegenstandes.

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(Besinnung, S. 21)