Entbergsamkeit

Wir bezeichnen so die Einheit des Erblickens, das das Erblickbare erst in gewisser Weise schafft, seinen innersten Zusammenhang. Die Unverborgenheit des Seienden geschieht in der und durch die Entbergsamkeit. Sie ist entwerfend-eröffnender Auftrag, der in die Entscheidung stellt. Das Wesen der Unverborgenheit ist die Entbergsamkeit.

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(Vom Wesen der Wahrheit, S. 73)

Ent-bergen

Geschieht Unverborgenheit, dann wird Verborgenheit und das Verbergen behoben und beseitigt. Das Beseitigen von Verbergen, was, was dem Verbergen entgegenhandelt, nennen wir künftig das Ent-bergen. Dieses eigentümliche Er-blicken der Idee, dieser Entwurf, ist entbergend. (...). Sie ist die Sorge schlechthin (...). Das Entbergen ist die innerste Natur des Ins-Licht-sehens.

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(Vom Wesen der Wahrheit, S. 72-73)

Was, wie, ob Ideen »sind«

Beim Ursprung der Unverborgenheit der Dinge, des Seienden, d.h. beim Durchlaß desselben durch das Sein, ist das gekennzeichnete Er-blicken nicht minder beteiligt als das im Blicken Erblickte selbst, — die Ideen. Sie machen Unverborgenheit mit aus — heiß also: sie sind nichts »an sich«, nie Objekte. (...). Sie sind weder Dinge, objektiv, noch nur Erdachtes, subjektiv. Was sie sind, wie sie sind, ja ob sie überhaupt »sind«, das ist bis heute unentschieden. Daraus könnten Sie ungefähr den Fortschritt ermessen, den die Philosophie gemacht hat. Aber es gibt ja keinen Fortschritt in der Philosophie.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 71)

Die Ideen

Die Ideen sind das Unverborgenste, von Hause aus Unverborgene, ursprünglich Unverborgene, sonfern in ihnen Unverborgenheit des Seienden entspringt.

Das Seiende ist das Unverborgenste.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 66, 67)

Die Dichtung

Das Wesentliche der Entdeckung des Wirklichen geschieht nicht durch die Wissenschaften, sonder durch ursprüngliche Philosophie und durch die große Dichtung und deren Entwürfe.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 64)

Die Historie

Daß das Material angewachsen und die sogenannten Fortschritte so groß geworden sind, ist nicht der Grund für die Unmöglichkeit eines wirklichen Verhältnisses zu Geschichte, sondern umgekehrt bereits die Folge einer schon längst bestehenden inneren Verarmung und Unkraft des menschlichen Daseins, — eben der Unkraft, Geschehen von Geschichte zu verstehen (...).

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 63)

Die Entdeckung der Natur

Das Entscheidende, was geschah, ist, daß ein Entwurf vollzogen wurde, was überhaupt unter Natur und Naturvorgang künftig verstanden werden soll (...). Der Entwurf ist bis heute im Prinzip derselbe. Aber etwas hat sich doch geändert; nicht so sehr die inhaltlichen Möglichkeiten, die methodischen Umwälzungen, sondern vor allem: der Entwurf hat seinen ursprünglichen Wesenscharakter der Befreiung eingebüßt, was sich darin zeigt, daß das Seiende, das heute etwa in der theoretischen Physik und in der Physik überhaupt Gegenstand ist, uns durch diese moderne Wissenschaft nicht mehr seiender wurde und wird, sondern das Gegenteil (...).

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 61, 62)