Φαντασια

φαντασια αρα και αισθησις ταυτον

»Phantasie und Wahrnehmung sind dasselbe.«

P***
(152 c 1)

Wissen als Verfügen über die Unverborgenheit

Erkennen ist Gegenwärtig-haben von Anwesendem als solchem, In-seiner-Anwesenheit-zur-Verfügung-haben, selbst wenn es abwesend sein sollte, als auch dann und gerade dann, wenn das einzelne Ding nicht zur Verfügung steht. Darin liegt: für solches Verfügen zeigt sich das Seiende in seinem Sinn; es ist als solches offenbar, unverborgen. Wissen (Sich-auskennen-in...) wird so zum Verfügen über die Unverborgenheit des Seienden, d.h. zum Haben und Besitzen von Wahrheit.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 160-1)

Sehen als Gegenwärtig-haben von Seiendem

Das Erfassen und Erkennen von Anwesendem als solchem, des Seienden in seiner Gegenwart, muß sein ein Gegenwärtig-haben. Und das Sehen, das Im-Auge-haben, Im-Blick-behalten, ist in der Tat die vorherrschende, auffälligste, unmittelbarste, zugleich eindrücklichste und weitreichendste Weise des Gegenwärtig-habens von etwas.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 159)

Sehen und Wissen

Erkennen als »Sehen« und Wissen als »Sich-verstehen-auf-etwas« sind zunächst zwei grundverschiedene Verhaltungen. Doch gehen gerade diese beiden im griechischen Begriff der Erkenntnis im weitesten Sinne zu einer Einheit zusammen. Die eigentümliche Verschmelzung dieser beiden Grundbedeutungen des Sich-verstehens auf etwas und des Sehens von etwas macht den Grundgehalt des griechischen Erkenntnisbegriffs aus.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 158)

Philosophischer Begriff als angreifender Eingriff

Nicht darum handelt es sich, daß ein bisher vielleicht vieldeutiges Wort (επιστημη) zur Eindeutigkeit gebracht und seine Definition gewonnen wird. Der »Begriff«, der für dieses wie für jedes philosophische Wort gesucht wird, ist kein Gattungsbegriff vorhandene Dinge, sondern ein angreifender Eingriff in die Wesensmöglichkeit menschlicher Existenz.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 157)
Ist nicht gerade die Frage, worauf es eigentlich bei einem Sich-auskennen ständig und vor allem ankommt, damit es ein »wirkliches« sein könne?

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 156)

Was-Frage

Wenn wir etwas unter die Was-Frage stellen, sollen wir einerseits dieses Was schon kennen, um Beispiele für den Vergleich vorzulegen, und gleichwohl wird erst danach gefragt.

H***
(Vom Wesen der Wahrheit, S. 155)