Zerstörung und Verwüstung

Zerstörung heißt hier: eine endgültige Störung des Bisherigen vollbringen aus bereits vollzogener Entscheidung zu einem anderen Anfang. Verwüstung aber ist die Untergrabung jeder Möglichkeit des Anfangs auf Grund der völligen Blendung durch die in einer Maßlosigkeit unbedingt gewordene Eigensucht, die als ihren unangreifbaren Gegner die Besinnung zugestehen muß in der Form, nach der die Gewalt Zugeständnisse macht, indem sie das Zugestandene in die vermeintliche Nichtigkeit des »Lächerlichen« und Schwachen verstößt.

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(Besinnung, S. 21)

Phase der Verwüstung

Das jeder Machtentfaltung eigene Suchen nach immer neuen und geeigneten Gegnern führt aufgrund der Unbedingtheit der Macht zuletzt in die äußerste Phase der Verwüstung des unterworfenen, schrankenlosen Machtkreises. Mit der Phase der Verwüstung, die dem Anschein nach aufdringlicher denn je immer noch wie Aufbau, Leistung, Tatkraft, »Einsatz« aussieht und es, gewaltmäßig versanden, auch »ist«, wird jedoch ein »Punkt« erreicht, in dem die Zerstörung unmöglich geworden.

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(Besinnung, S. 20-1)

Die Entscheidung

Doch all diese und andere Kennzeichnungen des Machtwesens* reichen niemals, weil wesenhaft nicht, zu, um die Machenschaft als solche zu erkennen und d.h. seynsgeschichtlich als eine Herrschaftsform des Sichverweigernden Seyns und seiner ungegründeten Wahrheit zu begreifen; denn solches Begreifen vollzieht sich allein in einem Entscheiden, durch das erst die Machenschaft als solche auf die eine Seite und damit überhaupt in ihrem enthüllten Wesen zum Stehen kommt.

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(Besinnung, S. 18-9)
*Man spricht vom »Dynamischen«, »Imperialen«, »Rationalem«, »Planetarischem«,
Die Steigerung der Weite und Schnelligkeit, der Billigkeit und Öffentlichkeit des »Erlebens« ist das Zeichen dafür, daß die letzten Schranken für die Gewalt der Machenschaft gefallen sind.

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(Besinnung, S. 17)

Erlebnis des Menschen

Sofern der Mensch auch im Zeitalter der zu ihrer uneingeschränkten Gewalt ermächtigten Machenschaft sich als Tier (Lebewesen) begreift, bliebt für ihn selbst (als »wir« und »ich« in gleicher Weise) nur noch das »Er-lebnis« als diejenige Einrichtung seinen Verhaltens und seiner Haltung, die ihm den Schein der Selbstbehauptung gegenüber dem Seienden im Umkreis der Machenschaft verstattet.

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(Besinnung, S. 17)

Machenschaft

Machenschaft heißt hier die alles machende und ausmachende Machbarkeit des Seienden, dergestalt, daß in ihr erst die Seiendheit des vom Seyn (und der Gründung seiner Wahrheit) verlassenen Seienden sich bestimmt. (...). Die Machenschaft ist das Sicheinrichten auf die Machsamkeit von Allem, so zwar, daß das Unaufhaltsame der unbedingten Verrechnung von Jeglichem vorgerichtet ist. Dergleichen läßt den »Fortschritt« nur noch am Rande zu, denn dieser scheint oder meint überwinden zu können die Zerstörung als das Anziechen des »Rückschritts«. Nun aber verfügt die Machenschaft das Seiende als solches in den ihr sich ständig zuspielenden Spielraum fortgesetzter Vernichtung.

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(Besinnung, S. 16)