Das Sagen im Versagen ist Hingehaltenheit

Dieses im Versagen selbst liegende Sagen, Hinweisen auf die brachliegenden Möglichkeiten, ist am Ende die zu dieser Leergelassenheit gehörige Hingehaltenheit.

H***
(Die Grundbegriffe der Metaphysik, S. 212).

Das Sagen im Versagen

Alles Versagen ist in sich ein Sagen, d.h. Offenbarmachen. Was sagt das sich im Ganzen versagende Seiende in diesem Sichversagen? Wovon sagt es ein Versagen? Von dem was dem Dasein irgendwie beschieden sein könnte und sollte. Und was ist das? Eben die Möglichkeiten seines Tuns und Lassens. Von diesen Möglichkeiten des Daseins sagt das Versagen. Das Versagen spricht nicht darüber, eröffnet darüber nicht eine Verhandlung, sondern versagend weist es auf sie und macht sie kund, indem es sie versagt.

H***
(Die Grundbegriffe der Metaphysik, S. 211-2).

Ausgeliefertheit des Daseins

Die Gleichgültigkeit des Seienden im Ganzen offenbart sich für das Da-sein, aber für es als solches. Das sagt: Das Dasein findet sich durch diese Langeweile gerade vor das Seiende im Ganzen gestellt, sofern in dieser Langeweile das Seiende, das uns umgibt, keine Möglichkeit des Tuns und keine Möglichkeit des Lassens mehr bietet.

Die Leergelassenheit in dieser dritten Form der Langeweile ist die Ausgeliefertheit des Daseins an das sich im Ganzen versagende Seiende.

H***
(Die Grundbegriffe der Metaphysik, S. 210).

Gleichgültigkeit

Diese Gleichgültigkeit der Dinge und unserer selbst mit ihnen ist nicht das Resultat einer Summe von Abschätzungen, sondern mit einem Schlag wird alles und jedes gleichgültig, alles und jedes rückt in einem zumal in eine Gleichgültigkeit zusammen.

Das Seiende im Ganzen verschwindet aber nicht, sondern zeigt sich gerade als solches in seiner Gleichgültigkeit. Die Leere besteht hier demgemäß in der Gleichgültigkeit, die im Ganzen das Seiende umfängt.

H***
(Die Grundbegriffe der Metaphysik, S. 207-8).

Gezwungensein zu einem Hören

Während im ersten Fall der Langeweile das Bemühen darauf geht, die Langeweile durch den Zeitvertreib zu überschreien, damit man nicht auf sie zu hören braucht, während im zweiten Fall das auszeichnende ein Nichthörenwollen ist, haben wir jetzt das Gezwungensein zu einem Hören, ein Gezwungensein im Sinne des Zwanges, den alles Eigentliche im Dasein hat, das demnach auf die innerste Freiheit bezug hat. Das »es ist einem langweilig« hat uns schon in einem Machtbereich versetzt, dessen die einzelne Person, das öffentliche individuelle Subjekt, nicht mehr mächtig ist.

H***
(Die Grundbegriffe der Metaphysik, S. 205-6).