Leben der Philosophen: Simon

Simon aus Athen war Schuster. Sokrates besuchte ihn in seiner Werkstatt, und teilte ihm gesprächsweise mancherlei mit, was er aufzeichnete, soweit sein Gedächtnis reichte. Daher nennt man seine Dialoge die Schusterdialoge.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 122).

Leben der Philosophen: Stilpon

Er war verheiratet, pflegte aber auch Umgang mit der Hetäre Nikarete, wie Onetor irgendwo berichtet. Auch hatte er eine auf schlechtem Wege geratene Tochter, die mit einem Bekannten von ihm, dem Simias aus Syrakus, verehelicht war; da sie sehr ausschweifend lebte, sagte einer zu Stilpon, sie mache ihm Schande. Er aber erwiderte: Die Schande, die sie mir macht, ist nicht größer als die Ehre, die ich ihr mache.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 114).

Leben der Philosophen: Alexinos

Hermippos berichtet von ihm, er sei von Elis nach Olympia übergesiedelt, um dort der Philosophie zu leben, und als seine Schüler sich bei ihm erkundigten, warum er da seinen Wohnsitz aufschlage, habe er erklärt, er beabsichtige, eine Schule zu gründen, die den Namen Olympische Schule erhalten solle. Da seien sie wegen unzureichenden Lebensunterhaltes und auch weil sie die ungesunde Lage des Ortes erkannten, wieder abgezogen.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 109).

Leben der Philosophen: Eukleides

Eukleides stammte aus Megara am Isthmos, oder nach einigen aus Gela, wie Alexander in den Philosophenfolgen berichtet. Er beschäftigte sich eingehend mit den Schriften des Parmenides; seine Schüler und Nachfolger wurden Megariker genannt, sodann Eristiker und späterhin Dialektiker. Diesen letzteren Namen gab ihnen zuerst der Chalkedonier Dionysios, weil sie ihre Untersuchungen in Form von Frage und Antwort führten.

Auch leugnete er die Zulässigkeit der Gleichnisreden, denn sie bestehen, wie er sagt, aus Gliedern, die einander entweder ähnlich oder unähnlich sind; wenn also aus ähnlichen, so hat man sich besser an die Sache selbst zu halten als an das, dem sie ähnelt, wenn aber aus unähnlichen, dann ist die Vergleichung überflüssig.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 106,107).

Leben der Philosophen: Aristippos

Er war, wie der Peripathetiker Phanias aus Eresos sagt, der erste unter den Sokratikern, der für seine philosophische Lehrtätigkeit Bezahlung forderte (...).

Er wußte sich mit Glück in Ort, Zeit und Person zu schicken und jede Rolle den jeweiligen Umständen gemäß zu spielen. (...). Daher auch das Wort des Diogenes, der ihn einen königlichen Hund nannte.

Als einer die Bemerkung machte, er sähe immer die Philosophen an den Türen der Reichen, erwiderte er: Sieht man doch auch die Ärzte immer an den Türen der Kranken; allein deshalb möchte doch niemand lieber krank sein als heilen.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 65,66,70).

Leben der Philosophen: Aischines

Aischines, Sohn des Wurstmachers Charinos, nach anderen des Lysanias, aus Athen, ließ sich von Jugend auf keine Anstrengung verdrießen. (...).

Dann nach Athen zurückgekehrt, habe er nicht gewagt, als Lehrer der Philosophie aufzutreten, da damals Platon und Aristipp in hohem Ansehen standen. Doch habe er gegen Bezahlung Vorträge gehalten. Dann habe er sich aufs Redenschreiben verlegt zur Verteidigung unschuldig Verfolgten. (...). Sokrates soll ihm angesichts seiner drückenden Armut den Rat erteilt haben, er möge bei sich selbst ein Anleihen machen durch Entziehung der Nahrungsmittel.

Di***

(Leben und Meinungen berühmter Philosophen, II, 60,62).