(Theait. 152 a): φησι γαρ που »παντων χρηματων μετρον« ανθρωπον ειναι, »των μεν οντων ως εστι, των δε μη οντων ωσ ουκ εστιν«. »Aller Dinge Maß ist der Mensch, der Seienden, daß sie sind, der Nichtseienden, daß sie nicht sind.« Und dieser Satz ist begründet auf das Wesen der αισθησις, 152 a 6 ff.: οια μεν εκαστα εμοι φαινεται τοιαυτα μεν εστιν εμοι, οια δε σοι, τοιαυτα δε αυ σοι. »Als welches jegliches sich mir zeigt, solches ist es mir, als welches aber dir, solches wiederum est es dir.«
He***
(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.197)
Wahrnehmung und Herstellung
Diese Art δυναμις, nämlich die αισθησις, ist zwar wie jede δυναμις als Kraft zu etwas bezogen. Allein dieser Bezug ist hier bei der αισθησις ein ganz ausgezeichneter und eigener; darin liegt es, daß nun auch das, was auf sogeartete δυναμεις beziehbar ist, einen eigenen Charakter hat; also nicht etwa gleichgestellt werden darf mit dem, worauf sich eine τεχνη bezieht: das εργον. Genauer: das εργον der αισθησις als δυναμις ist kein hergestelltes vorhandenes Ding als hergestelltes und verfertigtes. Durch das Wahrnehmen stellen wir nicht Dinge her; etwa so und so gefärbte — das vollziehen wir durch Anstreichen; oder so und so tönende — das vollziehen wir durch das Spannen und Schlagen von Saiten. Das εργον der αισθησις ebenso wie der νοησις ist die αληθεια — die Offenbarkeit des Seienden, und im besonderen die Wahrgenommenheit der Dinge — dieses, daß sie sich uns zeigen in ihrer Farbigkeit, in ihrem Tönen.
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.196)
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.196)
Das andere seiner selbst
Wenn ein Mögliches, z.B. ein Tisch, wirklich wird, so bedeutet das: dieses im allgemeinen Vorgestellte ist es, was sich verwirklicht und eben als das hier und jetzt anwesend wird. Wenn dagegen ein Vermögen sich verwirklicht, dann wird nicht, gleich dem Möglichen, dieses Vermögen selbst wirklich, sondern was dann verwirklicht wird, als was das Vermögen sich und wie es sich verwirklicht, das ist das andere seiner selbst.
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.192)
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.192)
Vorhandensein
Ebensowenig ist der Nichtvollzug als Einstellung der Ausübung das Verschwinden der Vermögens; das kann eintreten, wenn der Töpfer etwa durch einen Unglücksfall, παθος, beide Hände verliert. Dann sagen wir: es ist aus mit der Töpferei; aber dieses Aussein ist ein ganz anderes Geschehnis als etwa das Aufstehen des Töpfers von der Scheibe und das Weggehen aus der Werkstatt. Ja selbst mit jenem Verlust der Hände ist das Vermögen nicht schlechthin verschwunden, in dem Sinne, daß mit den Megarikern gesagt werden könnte: es ist einfach weg; es ist nur in gewisser Weise nicht mehr vorhanden.
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.186-7)
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.186-7)
Vollzug ist Ausübung
Vollzug ist nie und nimmer nur das Auftauchen von etwas, was zuvor schlechthin weg war, und umgekehrt ist auch Nichtvollzug nicht das schlechthinnige Weg-sein von etwas, das da war. Vollzug ist Ausübung, also Anwesenheit von Übung und Geübtheit, Anwesenheit von In-der-Übung-sein, von solchem, was schon anwesend ist. Obzwar Vollzug Anwesenheit ist, so doch nicht Anwesenheit des zuvor einfach Abwesenden, sondern umgekehrt Anwesenheit eines gerade auch schon Anwesenden; das heißt aber: keine beliebige unbestimmte Anwesenheit überhaupt, sondern eine eigentümliche und ausgezeichnete.
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.185)
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.185)
Das Werkhafte des Werkes
Das Werkhafte des Werkes ist bestimmt durch das Aussehen. Und zwar soll das Aussehen als in sich beendetes Fertiges in einem einzelnen, entsprechenden Werk zuwege gebracht, her-gestellt werden. Her-stellen, das heißt: zur Verfügung anwesend machen (nicht nur: machen). In Her-gestelltheit liegt erstens das Verfertigtsein, zweitens in eins damit das »das nunmehr zur Verfügung sein«. Diese Her-gestelltheit ist die Wirklichkeit des Werkes; was sich dergestalt bekundet, »ist«.
He***
(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.179)
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(Aristoteles Metaphysik Θ 1-3, S.179)
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